Review Halbe magnetische Bilderrahmen

Ich habe vor kurzem die Möglichkeit bekommen bei Halbe Bilderrahmen deren magnetische Bilderrahmen zu testen. Hierzu habe ich mir zwei unterschiedliche Rahmen kommen lassen. Auf der Webseite kann man sich deren Bilderrahmen mit einem Konfigurator nach Größe, Material, Farben, Rahmendicke, Glasart und Zubehör nach Lust und Laune zusammenstellen. Dies kann am Anfang ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen gerade, weil es verschiedene Holzarten bzw. Maserungen gibt. Der Auswahlprozess ist aber sehr gut strukturiert und man kommt gut damit zurecht.
Ich habe mich für zwei unterschiedliche Rahmen entschieden.
 
  • 1x Classic Magnetrahmen ALU 8, Natur matt, Glas IV, 280 x 350
  • 1x Classic Magnetrahmen Holz 16, Erle dunkel, Glas M, 280 x 350
Kurz zur Erläuterung: Das Profil ALU 8 ist dabei die Rahmentiefe die man von der Draufsicht her sieht (das geht von 8mm bis 18mm bei ALU und 10mm bis 22mm bei Holz), die Rahmenfarbe ist hier mattes Silber (man kann hier auch auch Chrom glänzend, grau, gebürstetes Eisen oder weiss, u.a. auswählen), Glas ist Plexiglas matt und zusätzlich hatte ich noch ein weisses Passpartout. Der Holzrahmen HOLZ 16 mit eben 16mm, Farbe Erle dunkel hat ein sog. Mirogard Glas.
„Mirogard“ von Schott ist der Inbegriff unter den interferenzoptisch entspiegelten Gläsern und nach wie vor erste Wahl für Bilderglas in Museumsqualität. Die Größe habe ich so gewählt, das meine bereits im Ordner vorhandenen ca. DIN-A4 großen Bilder reinpassen. Ohne Passpartout können de Bilder natürlch noch etwas größer werden (ich hab also noch Optionen falls ich das Bild wechseln möchte). Der Holzrahmen ist wegen des höheren Gesamtprofils auch insgesammt etwas größer was man beachten sollte falls man unterschiedliche Rahmen kombinieren möchte.
Mehr dazu natürlich auf der Internetseite .
 

 
Camera
iPhone 6
Focal Length
4.15mm
Aperture
f/2.2
Exposure
1/100s
ISO
40
 
Camera
iPhone 6
Focal Length
4.15mm
Aperture
f/2.2
Exposure
1/100s
ISO
40
 
Camera
iPhone 6
Focal Length
4.15mm
Aperture
f/2.2
Exposure
1/100s
ISO
40
 
Camera
iPhone 6
Focal Length
4.15mm
Aperture
f/2.2
Exposure
1/100s
ISO
40
 
Die beiden Rahmen kamen wirklich sehr gut verpackt und ohne Macken bei mir an. Der Zusammenbau gestaltete sich wegen des Magnetsystems sehr einfach. Wer schon einmal diese Rahmenlosen Bilderrahmen oder auch welche mit Rahmen zusammengebaut hat wird das vielleicht kennen: Erst die ganzen Klammern ab, dann Bild auf dem Hintergrund Karton platzieren und ggf. ein Passpartout drüberlegen, Glasplatte vorsichtig drauflegen und ja nichts verschieben, dann den Rahmen überstülpen und dann hat man manchmal das Problem das Ganze umdrehen zu müssen um die Klammern anzubringen. Wenn man DAS geschafft hat OHNE das sich das Bild wieder verschiebt und die Klammern dann sitzen und man denkt das alles passt kommt der Teil mit dem aufhängen und wenn man dann einen günstigeren Rahmen hat dann sind die Klammern auch gleichzeitig die Haltepunkte zum aufhängen. Und DANN merkt man … Ihr ahnt es … das diese Klammern noch verschoben werden müssen damit das Bild gerade hängt.
 
 
 
Die Halbe Bilderrahmen haben mich MEHRFACH begeistert. Zum einen ist der massive Metallrahmen schon mit entsprechenden Löchern zum aufhängen versehen. In diesen Rahmen legt man das Bild samt Passpartout von oben rein und der eigentliche Rahmen hat etwas höhere Kanten sodass hier nichts verrutschen kann. Dann wird der eigentliche magnetische Rahmen oben drauf gestülpt und hält das Ganze bombenfest. Ich hab den Rahmen samt Bild mehrfach geschüttelt um z.B. einen Transport im Auto zu simulieren (nicht, das man wahrscheinlich eh solch montierte Bilder eher liegend transportieren würde, aber man weiß ja nie..) und da hat sich nichts verschoben. Wenn man das Ganze nun zwecks Bildwechsel wieder abnehmen will geht das eben auch ohne Werkzeug ganz einfach.
 
 
Die Qualität der Verarbeiteten Materialien ist wie man sieht sehr hochwertig. Mich hat besonders die Auswahl der Holzarten begeistert obwohl es sehr schwer ist zwischen Ahorn, Eiche, Erle und Nussbaum zu unterscheiden da die Angaben z.Zt. auf der Webseite auch wenn man genau hinschaut und mit den Maserungen von Möbeln vergleicht hier einige Abweichungen auftreten können. Hier sollte man eine gewisse Toleranz am zu erwartenden Farbspektrum und Maserung beachten. Die Verarbeitung, das Holz an sich, das Finish und auch die Gläser überzeugen auf ganzer Linie!
Einen Unterschied bei dem verwendeten Glas fand ich insofern, das ich mich eher für das etwas günstigere matte Plexiglas in Zukunft entscheiden werde was aber eher eine Geschmackssache ist. Im Langzeittest wird sich die UV Beständigkeit des Miroglases noch unter Beweis stellen müssen.
 
 
Wer seine Bilder nur vom Computerbildschirm oder einem Fotoalbum kennt wird hier einen wahren WOW-Effekt erhalten. Wer darüber hinaus in seinem Fotostudio, Büro, Ladengeschäft oder an einem sonstigen öffentlichen Ort seine Bilder so präsentiert wird hier die Blicke sicherlich auf die Bilder ziehen. Mich haben die Rahmen auf Ganzer Linie überzeugt.
 
 
 

Review Leica Noctivid 10×42

Ich hatte mich vor kurzem zur Leica Testaktion für ein Fernglas beworben. Erst bekam ich eine dieser Standardmails „Danke das Sie mitgemacht haben. Es haben VIELE mitgemacht. Bitte nicht traurig sein wenn es nicht klappt“. Was vollkommen Ok gewesen wäre. Dann aber stand ein paar Tage später der Postbote in der Tür mit einem unscheinbaren Karton und drinne war ein schwarzer Koffer. Da hab ich mich erst gefragt ob gleich die MIB um die Ecke kommen oder Männer mit schwarzen Sonnenbrillen und Anzug mir komische Fragen stellen werden. Als ich den Koffer dann aber aufgemacht habe kam ich mir doch schon etwas wie in Pulp Fiction vor.

 

Ich darf also nun eine Woche lang mit solch einem Leica Noctivid 10×42 rumspielen. Mein erster Eindruck als ich die grüne Tasche aufgemacht hatte war schon „Wow, was ein schwers Teil“ und es macht einen superguten sehr wertigen Eindruck! Ich bin zwar kein reiner Fernglas Typ und mich hatte als Fotoraf ja eher die Bilddarstellung im Auge, aber mich hat es dann doch umgehauen wie nah man Dinge heranbekommt.

Es ist zwar etwas schwierig so ohne alles durch ein Fernglas mit dem Smartphone zu fotografieren und ich kam mir im Büro schon etwas komisch dabei vor beide Geräte so voreinander zu halten, aber ich hoffe es kommt rüber wie nahe man das ranbekommt.

ich habe die Fotos mit einem iPhone einmal aus meinem Bürofenster und einmal durch das Fernglas gemacht.

Und hier nochmals ein Blick direkt am Fernglas. Auch das Bild mit dem iPhone durch das fernglas hindurch ist nicht weiter bearbeitet. man sieht also sehr schön die Fenster im Turm. Alle Bilder sind bei morgentlichem Sonnenaufgang entstanden (also noch nicht so richtig hell) und die Entfernung ist wohl etwas weniger als 1Km gewesen.

Die Qualität des Fernglases hat mich wirklich im gesammten überzeugt. Kein Schnickschnack, irgendwelche elektronischen Verbesserungen oder sonstiges. Einfach ein sehr wertiges Fernglas, robust aber auch schwer. Längere Zeit freihand halten ist hier eher nicht möglich man sollte also immer ein Geländer, Stativ oder etwas ähnliches zum abstützen haben (auch wegen der Bildstabilität). Die vorderen und hinteren Deckel sind aus Gummi und schliessen gut ab. Mir hat es auf alle Fälle beim spazierengehen und aus dem oberen Stockwerk unseres Bürogebäudes schon Spaß gemacht zu schauen ob auf der nahegelegenen Autobahn ein Stau ist oder alles frei.

Das Fernglas liegt aber sehr gut in der Hand. Mir persönlich hat das Metallgehäuse mit der matten Lackierung auch vor dem Hintergrund der langen Haltbarkeit sehr gefallen. Wer schoneinmal eine Computermaus mit dieser samtig matten Oberfläche ein paar Jahre in derSchublade liegen hatte wird feststellen, das die Gummierung klebrig geworden ist. Hier gibt es keine Möglichkeit das wieder weich zu machen und es bleibt klebrig. Bei solch einem Metallgehäuse kann sowas nie passieren und auch wenn man solch ein Fernglas seinen Kindern vererbt wird dieses auch nach Jahrzehnten noch Freude bereiten (was bei dem Preis auch der Fall sein sollte!). Ich persönlich würde mir anstatt der Nylon Hülle ggf. eine Ledertasche bzw. Lederköcher dazuwünschen. Das würde das Ganze noch etwas Stilvoller machen. Aber das ist dann wiederum Geschmackssache.

Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht mit dem Fernglas. Danke an dieser Stelle an Leica für diese nette Aktion!

Mannheimer Hafen

Vor einigen Tagen war ich mit Fotokollege Thomas kurz Abends am Mannheimer (Industrie)Hafen um ein paar Nachtaufnahmen von der Brücke herunter zu machen. Vorher hatten wir noch einen produktiven Plausch was mich sehr gefreut hat.

Nebenbei haben wir noch ein selbst gemachtes Stativ von Thomas welches aus einem alten Weihnachtsbaumständer entstanden ist ausprobiert. Wer mehr über so ein DIY Stativ wissen möchte kann gerne auf der ISO 2017 vorbeischauen. Wer es nicht auf die ISO nach Saarbrücken schafft kann auch mal bei Thomas in die Workshop Liste schauen da ist sicher auch was dabei.

Der Stift Clip

Seit der Schulzeit hat denke ich fast jeder halbwegs Kreative das selbe Problem: wohin mit dem Stift? Sei es der Kugelschreiber, der Wacom Stift oder Bleistift. Meistens hat man unterwegs nur einen wirklich wichtigen Stift dabei, aber wie trage ich diesen mit mir herum? manchmal hat man ein Federmäppchen oder irgendeine andere Art von tasche extra für die Stifte dabei. manchmal will man aber eben nur diesen EINEN Stift mitnehmen, aber in der Hosentasche oder Hemdtasche stört der so und im Rucksack verschwindet dieser ja meistens in den Untiefen und wenn man den braucht ist dieser nicht da.

Dazu kommt, das Ich selbst z.B. in meinem Lenovo Yoga260 zwar einen kleinen Stift im Gehäuse dabei habe, dieser Stift aber eher für den Notfall gedacht ist. Das malen, zeichnen und Retouchieren auf dem Display geht eben viel besser mit dem Extra Stift. Zu DIESEM gibt es zwar eine kleine Halterung die gleichzeitig dazu dient, das man den Stift hochkant hinstellen kann aber wie das eben oft mit lose angesteckten Halterungen so ist … DER geht SEHR schnell verloren. EINE Halterung „um Sie alle zu knechten“ mußte also her.

Die zweite Variante die mir begegnet ist ist die vom neuen Wacom Studio PRO. Diese Halterung für den Wacom Stift sieht SEHR stark wie die vom Lenovo Stift aus (ja, beide Stifte stammen wohl aus dem Hause Wacom) und in den Stifthalter vom Wacom Studio PRO kann man ebenso den Stift hochkant hinstellen. Der Wacom Stifthalter passt aber NUR in den dafür im Wacom vorgesehenen Extra Slot. An einer iPad Hülle oder an einer Notebooktasche oder so kann man da nichts festmachen. Auch passt der Wacom Stift nicht ganz so gut in die Lenovo Halterung. Ihr seht wer viel mit unterschiedlichen Stiften und unterschiedlichem Material unterwegs ist hat hier ggf. wieder mehr dabei als man denkt. Nun ist mir dieser Pen Holder den viele GTD Enthusiasten und Moleskin Fans wohl kennen über den Weg gelaufen.

Ich habe mir diesen Clip in der Messingfarbenen Version geholt und dieses kleine Helfer ersetzt eben alle anderen Halertungen. Klein aber fein.

 

 

Das schöne an diesem Clip ist, das dieser nicht nur SEHR gut am Notitzbuch, der Tablet Hülle (iPad, Android, etc.) oder am Tragegurt des Rucksacks hält sondern auch an der Baseball Cap oder Mütze. Da ist der Zugriff gerade auf den Wacom Stift besonders schnell möglich. Sieht zwar auf dem Bild etwas komisch aus, ist aber superpraktisch.

DAS kann man eben mit den mitgelieferten Clips von Lenovo oder Wacom eben leider nicht machen. Diese Pen Holder oder Clips gibts jetzt natürlich in verschiedenen Ausführungen in Messingfarben, Silber, Schwarz, etc. und auch mit einer Metallspirale in der die Stifte festgehalten werden. So kann jeder nach seinem Stil das Ganze noch gestalten. Viel Spaß.

Der DIY Fotoreflektor

Jeder Fotograf kennt diese Reflektoren die auf der einen Seite weiß, silber oder Gold sind und die man dann zum aufhellen von Objekten oder dem Model dient. Das Ganze kann man im Studio genauso wie Outdoor verwenden. Die gängigen Größen liegen bei ca. 60x90cm oder 90x120cm und sind oft rund oder rechteckig. Bekannte Marken sind hier z.B. Sunbouncer mit Preisen von ca. EUR 140-220,- je nach Größe und Model. Es gibt natürlich auch günstigere mit weit unter 100,- aber trotzdem ist es eine Menge Geld wenn man eben bedenkt, das man nicht NUR mit solch einem Reflektor unterwegs ist (da kommt ja immer gerne noch weiteres Zubehör dazu) und man oft auch nicht weiß wie viele Male im Jahr man das braucht. Selbst wer sich ein teures Model geleistet hat und damit irgendwo im Wald hinfällt und das gestel verbiegt wird sich u.U. danach ärgern.

Also habe ich mir auch hier überlegt wie ich einen solchen Reflektor selber bauen kann. Also wieder ab in den Baumarkt und hier ist meine Einkaufsliste:

  • 2 Stück PVC Rohr M16 (also 16mm Durchmesser) aus der Elektroabteilung um Leitungen zu verlegen, je 3m
  • 2 Stück Eckverbinder M16
  • 1 Tüte mit mehreren M16 Halterungen zum an die Wand schrauben (man braucht aber nur 2 Stück)

Das Ganze hat mich ca. EUR 12,- gekostet. Die Schrauben die ich später noch brauche sowie die Bohrmaschine und die Säge hatte ich schon. Für den eigentlichen Reflektor habe ich eine Rettungsdecke aus einem alten abgelaufenen Verbandkasten genommen den ich noch in der Garage hatte, aber man kann hier auch im Baumarkt, der Apotheke, auf amazon oder ebay für ein paar Cent welche bekommen.

Ich habe dann je 2x 1m und 2x 50cm Stücke abgeschnitten und so zusammen mit den Eckverbindern einen Rechteckigen Rahmen zusammengesteckt. Danach habe ich zwei der Wandhalterungen aus der Tüte geholt und auf die Lange Seite gesteckt und abgemessen. Dann habe ich noch ein ca. 65cm langes Stückabgeschnitten, ein Loch durch die Enden gebohrt und mit zweit Schrauben samt Mittern zusammengeschraubt. So hatte ich einen Griff um den Rahmen festhalten zu können oder mit einer Halterung an einem Stativ (hier eignen sich z.B. wie schon bei meinem Tether-Tisch Projekt ein Mikrofonstativ statt eines vermeindlich teureren Fotostativ) fest zu machen.

In dem Fall habe ich von einer Lackierung abgesehen, weil es zur Funktion nicht weiter notwendig ist. Lediglich die Enden habe ich noch mit etwas Schleifpapier abgeschmirgelt (auf den Bildern ist das noch nicht der Fall gewesen).

Der fertig zusammengesteckte Rahmen samt Haltegriff braucht dann nur noch mit der Rettungsdecke bespannt zu werden.
Hierzu kann man zur Befestigung dann Tesafilm, Gaffa Tape oder Büroklemmen (Foldback Klammern) nehmen an denen man Gummibänder befestigt. Wer es noch etwas „besser“ mag kann sich auch Planenklemmen aus dem Camping Bereich holen. Diese sind oft im 10er Pack für ein paar Euro zu bekommen. Diese haben auch eine Öse an der Hinterseite an der man dann ein Gummiband welches man z.B. aus dem Nähbereich (Jogginghose) kennt. Somit kann man die Folie je nach Bedarf am Rahmen anbringen. Ebenso kann man am Rahmen natürlich auch z.B. Buterbrotpapier befestigen um z.B. bei Outdoor Shootings bei hellem Sonnenlicht dieses etwas vom Model abzuhalten damit Dieses die Augen nicht so zukneifen muß, aber man immer noch genug Licht auf der Person hat.

Die Einzelteile habe ich auch nicht weiter zusammengeklebt und kann diese so nach Bedarf z.B. erweitern oder klein zusammengepackt in den Rucksack stecken. Zusammen mit dem DIY Einbeinstativ nimmt das also nicht viel Platz unterwegs weg.

Ich hoffe hiermit einem Fotokollegen angeregt zu haben sich Ihr „Gear“ auch mal selbst zu bauen. Als Werkzeug braucht man nicht viel (in diesem Fall brauchte ich nur eine Säge und für ein paar Löcher eine Bohrmaschine) und alles zusammen war innerhalb einer Stunde zusammengeschraubt.

Weitere DIY Projekte werde ich auf der diesjährigen ISO-Fototage vorstellen. Wer sich darüber hinaus noch inspirieren lassen möchte kann mal bei DIY Photography vorbeischauen.

Das DIY Foto Einbeinstativ

Wer mich kennt weiss, das ich ein Freund von Do It Yourself (DIY) Projekten bin und lieber etwas zuerst versuche zu basteln anstatt es teuer im Laden zu kaufen um dann z.B. nach einem Fotoshooting festzustellen, das man das Gadget garnicht gebraucht hätte, irgendwas gefehlt hat und man es anpassen  musste, man das falsche gekauft hat, es bis dahin was besseres/anderes gegeben hätte oder so und man sich am Ende doch ein kleinwenig ärgert. Das verbindet mich auch ein wenig mit Casey Neistat, der ja auch eher dem Motto folgt etwas selbst zu bauen siehe seine diversen Werkzeughalter, die Brille, Boostedboard Halterungen, seine Werkstatt, etc.

Nun benötige ich öfters ein recht flexible Stative um an einem Tag Outdoor zu shooten, dann Produktfotografie OnLocation oder zu Hause. Ich habe hier zwar ein Novoflex Stativ mit der Möglichkeit über ein 1/4″ Gewinde andere Anbauteile anzubringen, aber durch das Dreibeinkonzept ist es manchmal recht sperrig. Also habe ich mir Gedanken über ein Einbeinstativ mit einem etwas breiterem Fuß gemacht. Es gibt zwar z.B. das Manfrotto MVMXPRO500 Stativ als Video-Einbeinstativ, aber wie gesagt über 270,- und man weiß nicht ob es sich im Einsatz bewährt … also wollte ich das halt nicht ausgeben.

Am Ende war die Einkaufsliste beim Baumarkt recht übersichtlich:

  • 3-4 Stück 1/2″ (Halbzoll) Wasserrohr, verzinkt, je ca. 50cm lang
  • 2-3 Stück T-Stücke für 1/2″ Rohr, verzinkt
  • 1 Stück 1/2″ Abschlußplatte mit Schraublöchern zum festschrauben
  • 1-2 Stück 1/2″ Abschlußstopfen

Alles zusammen hat also knapp EUR 17,- gekostet (ohne Schrauben, dem Stativkopf und unten angesprochenem optionalen magicarm). Dazu kommt dann noch eine 3/8″ Schraube für ca. 1-2,- für den Stativkopf. Ich denke das ist für ein reines Stativ schon SEHR gut.

Dazu kam noch ein Stativkopf welches ich von meinem Amazon Basic Stativ genommen habe und welches praktischerweise mit einem 3/8″ Gewinde am Stativ aufgeschraubt war. Wer kein solches Stativ oder Statifkopf hat kann wie unten zu sehen Halterungen auch anders anbringen. Eine 3/8″ Schraube gibt es bei in diversen Online-Shops ab ca. EUR 1,- und in meinem Fall hatte ich noch eine zuhause rumliegen. Den eigentlichen Fuß an der Abschlußplatte habe ich aus einem Stück Abfallholz geschnitten. Also zwei gleichlange (in diesem Fall ca. 40cm) Stücke, in der Mitte entsprechend eingeschlitzt und zusammengesteckt.

Danach habe ich die 1/2″ Abschlussplatte einfach entsprechend mittig auf das so entstandene Kreuz aus Holz geschraubt. Man kann jetzt natürlich je nach Bedarf unten an die Enden Rollen oder Bodenschoner anbringen. Ebenso kann man natürlich die Beine entsprechend länger machen oder das Ganze aus einem alten Bürostuhl als Grundplatte fertigen. Ich hatte halt etwas Abfallholz rumliegen und das passt ja ganz gut. Ich kann auch das Ganze noch beschweren oder wenn ich es zur Produktfotografie verwende direkt an ein Tischbein mit einer Schraubzwinge klemmen. Da wackelt dann nichts mehr.

Danach habe ich noch in eines der Abschlußkappen mittig ein Loch gebohrt sodass eine 3/8″ Schraube hindurch passt um den Stativkopf daran festzuschrauben. Den Stativkopf kann man dann auf das entsprechende 1/2″ Rohr oben aufschrauben. Da es die Rohre in verschiedenen Längen schon fertig gibt kann man sich sein eigenes Stativ nach belieben selbst zusammenstellen. Also Rohr in den Fuß schrauben, Das T-Stück draufschrauben, ein weiteres Rohr, dann entweder den Stativkopf (wenn ca. 1m Stativhöhe reicht) draufschrauben oder noch eine T-Stück, ein Rohr und DANN den Stativkopf. Jeder kann sich hier die Höhe entsprechend anpassen mit verschieden langen Rohren.

Der Vorteil bei diesem flexiblen Aufbau ist, das man z.B. per MagicArm (Preis zusätzlich ca. EUR 15-20,-) oder anderen Befestigungsmöglichkeiten Lampen, weitere Kameras (Smartphone, GoPro, etc.), Tablet oder Sonstiges anbauen kann. Auch kann man sein Stativ so z.B. mit einem Ausleger versehen. Dieser kann dann z.B. als Stabilisierung dienen wenn das Einbeinstativ als Schwebestativ verwendet wird. Man sieht also das Ganze ist SEHR flexible einsetzbar. Wer mag kann sich natürlich noch ein zweites bauen, das Rohr in der Mitte entsprechend verlängern und z.B. als Befestigung für einen Stoff- oder Papierhintergrund oder über einem Tisch als Aufbauhilfe für eine Art Hohlkehle verwenden.

Achja, ich habe die Rohre bewusst jeweils 50cm lang gewählt, weil ich diese dann zusammen mit meinem Dreibeinstativ zusammen in der Stativtasche transportieren kann.

Wenn man also später das „Set“ noch erweitern will geht das sehr gut, weil man auch noch in ein paar Jahren 1/2 “ Rohre bekommt. Ich habe hier die Rohre noch nicht angemalt, aber diese bekommen die Woche noch eine mattschwarze Lackierung.

Ich hoffe hiermit einem Fotokollegen angeregt zu haben sich Ihr „Gear“ auch mal selbst zu bauen. Als Werkzeug braucht man nicht viel (in diesem Fall brauchte ich nur eine Säge und für ein paar Löcher eine Bohrmaschine) und alles zusammen war innerhalb einer Stunde zusammengeschraubt.

Weitere DIY Projekte werde ich auf der diesjährigen ISO-Fototage vorstellen. Wer sich darüber hinaus noch inspirieren lassen möchte kann mal bei DIY Photography vorbeischauen.