Smartphone Update ein objektiver Praxisbericht

Ich habe ja die Mobilfunk Ära seit der glorreichen Nokia 2110 und EPlus „dem Türkisgrünen“ mitgemacht und war wohl einer der Ersten in Deutschland mit einem BBS System welches ausschliesslich über das E-Netz gelaufen ist. langlang wars her. Ebenso wie die üblichen Updates alle 1-3 Jahre auf neue Hardware (mehr oder weniger ungewollt, aber gewünscht).

Direkter Vergleich: Links Huawei P Smart – rechts iPhone X. selbst mit dem Geräte und Displaygrößenunterschied ist die effektiv nutzbare Bildschirmgröße annähernd gleich.

iPhone6 zu iPhone X

Jetzt habe ich vor kurzem erst mein Firmenhandy von einem iPhone6 auf das iPhone X „upgedatet“. Beide Geräte haben 64GB und zuletzt hatten beide auch dieselbe OS Version. Das Gerät tut seine Dienste, gehört ja auch eher zur Spitzenklasse was den Preis angeht. Im laufenden Betrieb und im direkten Vergleich bin ich eher enttäuscht, denn das „größere“ Display lässt sich effektiv durch den „Nodge“ ab oberen Bildschirmrand nicht nutzen und so bleibt es im praktischen Betrieb bei den eher 4,9 Zoll. Die kleinere technischen Updates wie Display Pixeldichte, Helligkeit, etc. machen sich im betrieb eher garnicht bemerkbar. Ebenso merkt man den schnelleren Prozessor nicht weiter. Alle Apps laden genauso schnell wie vorher. Auch die 3GB statt der vorher 1GB RAM merkt man nicht weiter obwohl ich kaum Apps zumache und diese also ständig irgendwo rumdümpeln (was man ja auch eher nicht machen sollte).

Man muss an dieser Stelle dazusagen, das ich fast keine Spiele auf dem Smartphone habe da ich das Gerät eher produktiv und ggf. für SocialMedia unterwegs nutze sowie eben für kleinere Fotoarbeiten. Deshalb betrachte ch das Ganze aus der Sicht eines eher IT lastigen Fotografen. Wer jetzt eher so der Game-Freak ist wird hier eher wenig Infos finden, sorry.

Was mich angenehm überrascht hat ist das induktive Laden. Hier wird es sicher in Zukunft neben den Ladeschalen im Auto auch Möbel geben (hier hatte ich bei meinem Besuch auf der Kölner Möbelmesse schon Eindrücke sammeln können).

Auch bei den Megapixeln bei der kamera hat es zwar einiges an Verbesserung gegeben allerdigs finde ich die KameraApp ansich immer noch nicht Fotografenfrendlich obwohl man jetzt ja wohl auch mit RAW Dateien umgehen können mag man aber in der Standard iPhone App immer noch nicht die Standardeinstellungen die jeder Fotograf gerne manuell einstellen möchte (ISO, Zeit, Blende) und man muß immer noch auf extra Apps ausweichen. Schade, aber vielleicht kommt das ja irgendwann mal.

nach wie vor ein großes Manko finde ich, das man keine Objektive direkt anstecken oder anschrauben kann. Man benötigt immer ein Case oder eine Klammerlösung eines Drittherstellers. Ich hatte ein entsprechendes Case für das iPhone6 und müsste jetzt wieder überlegen ob es eine neue Lösung gibt. Das ist etwas nervig.

Dickenvergleich: Auch wenn das iPhone X und das P Smart fast gleich dick sind schaut die Kante der Kamera doch recht arg aus dem gehäuse heraus. Ohne entsprchendes Case fast nicht herumtragbar.

Huawei Ascend P7 zu P Smart

Auch privat habe ich gerade mein altes Huawei Ascend P7 zu einem P Smart upgedatet. Hier sieht es mit der Performance ähnlich aus. Hier war ich eher wegen der vom Hersteller nicht unterstützen OS Updates (ich habe hier maximal Android 5 auf dem Ascend P7) und da gerade Android 8 aktuell ist und aus der Erfahrung mindestens 1-2 Major Updates von Huawei unterstützt werden bin ich da halt erstmal wieder gut bedient. Es hat natürlich nicht Huawei sein müssen, aber im gesamten war bei einem Vertrag mit Zuzahlung um die 140,- alles soweit Ok.

Hardwareseitig bin ich mit dem Design und der verbauten Hardware Grundweg zufrieden. Das Design ist dem iPhone6 schon ziemlich gut nachempfunden und liegt gut in der hand. Es fehlt zwar sowas wie induktives laden dafür habe ich einen Kopfhöreranschluss bei dem ich ein externes Mikrofon bzw. meinen Zoom H1N problemlos nutzen kann.

Die 1GB mehr Speicher, die durchaus verbesserte Kamera App mit vielen Features machen sich positiv bemerkbar. Aber auch hier hapert es bei den manuellen Einstellmöglichkeiten. Auch wieder nur per extra Ap zugreifbar.

Der OS Unterschied (Android 5 zu Android 8) ist natürlich SEHR arg merkbar. gerade was die features und Schnelligkeit angeht bin ich im Gesammten sehr angenehm überrascht. Kleinigkeiten wie Doubletap zum Bildschirmaufwecken (im Vergleich beim iPhones ist das ein einfaches tippen) find ich im Alltag praktisch. Ebenso wieder direkte Kamerazugriff über den Sperrbildschirm, der jetzt wohl endlich überall Einzug gefunden hat und Standard ist.

Alles in allem macht sich solch ein Handyupdate egal ob iPhone oder Android für den etwas ambitionierteren Smartphone User bei ca. 3-4 Jahren Smartphonenutzung bzw. 3-4 Handygenerationen weiter vernunftsbedingt Sinn. Wer hier alle 1-2 Jahre wechselt mag das aus Lifestylegründen natürlich gerne tun, aus technischer Sicht wird man im alltäglichen Betrieb allerdings keinerlei großartigen Nutzen feststellen es sei denn man benötigt WIRKLICH und DRINGEND Animojis und ist bereit für solche Software Features mehrere hundert Euronen auszugeben. Ich persönlich brauche das nicht bei mir muss das Arbeitsgerät zuverlässig jeden Tag funktionieren. Nun bleibt abzuwarten was der Markt in 3-4 Jahren mit sich bringen wird.

Praxistipp

Beim Smartphone Upgrade nicht vergessen vorher alle Apps zu checken ob Anmeldedaten benötigt werden und diese entsprechend notieren (falls nicht per Passwortmanager). Ebenso sollte man so einen Wechsel auch dazu nutzen um nicht ALLE Apps die man vorher hatte wieder 1:1 zu installieren. Eine „Entschlackung“ kann hier helfen einfach mal auf zu räumen.

Zum Abschluß noch ein paar Bilder direkt mit den beiden Smartphones im Vergleich.

iPhone X Testbild (unbearbeitet; Out of Cam)

Hua

Huawei P Smart Testbild (unbearbeitet, out of cam)

Ich hoffe somit hat jeder einen kleinen Überblick was man alle 2-3 Jahre von einem Smartphone Update erwarten kann UND wie sich die Kameraqualität eines 1000,- Smartphones zu einem ca. 200-150,- Smartphone im Unterschied ist. Viel Spaß.

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