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Unseriöse Websites erkennen – Das Tutorial

Immer wieder wird man gefragt „Hey, kennst Du schon diese Website. Die find ich super“ Das MUSS nicht IMMER die alt bekannte Phishing Anmache sein bei der man relativ plump nach irgendwelchen Accountdaten gefragt wird das kann auch in Zeiten des Doxings eine vermeintlich gut aussehende Seite oder auch Smartphone App zum sammeln von persönlichen Daten sein.

Ich bin kein Rechtlich arg bewanderter Mensch, aber mir kommen immer wieder Bekannte mit eben diesen und ähnlichen Fragen. Deshalb hier einfach mal einige Tipps wie man sich besser schützen kann.

Grundsätzlich gilt für ALLE Internetangebote auf denen man Daten angeben soll / will, das diese

  • ein Impressum haben sollten in dem verifizierbare Kontaktdaten des Webseitenbetreibers stehen. Umsatzsteuer IDs kann man ebenso wie Firmenadressen per einfacher Suche zumindest auf Plausibilität prüfen
  • Bei Seiten auf denen man was kaufen oder bestellen kann sollte eine AGB vorhanden sein auf die man sich berufen kann.
  • Anmelde sowie Bestellseiten sind zwingend mit https verschlüsselt (gerade bei Seiten im Ausland nicht immer Standard)
  • Als Bezahlmethode sollte nicht nur Kreditkarte oder so dastehen sondern am besten mehrere zu Auswahl sein. Paypal und Überweisung sind schonmal ein guter Anhaltspunkt.
  • Man kann nach „Erfahrungsbericht“ und dann den Namen suchen. Wenn es eine Verkaufsplattform oder Hersteller oder so ist wird es sicher Einträge auf entsprechenden Bewertungsportalen geben (auch die sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber wenn zumindest keine zig Einträge mit „Vorsicht vor dem! “ kommt ist das schonmal ein gutes Zeichen.

Grundsätzlich gilt ebenso, das wenn man ein ungutes Gefühl hat dann sollte man eh die Finger davon lassen.

Beispiel1: jemand präsentiert eine Seite mit hochwertigen Damenhandtaschen, Uhren oder Sneaker. Eine nagelneue Uhr beim Hersteller kostet z.B. 1200,- und auf dieser Website steht dann ein Preis um die 600,- oder 800,- oder so also auf jeden Fall WEIT unter den üblichen Straßenpreisen.

Nach erster Durchsicht gibt es oft eine AGB (die bei genaueren Hinsehen oft z.B. arge Fehler enthält oder gar irgendwoanders her kopiert wurde und vielleicht sogar im Text noch den Firmennamen der Originalseite enthält) und ein Impressum. Wenn jetzt die Website Den Eindruck macht, das es sich um Schuhgeschäft handelt man per google Maps aber dann irgendein Hochhaus in London als Firmensitz findet passt das nicht wirklich zusammen.

Es wird auf solchen Seiten oft auch bei den Bezahlmethoden mit kleinen Icons geworben, das es SICHER ist hier zu bezahlen, aber beim Einkaufsprozess findet alles OHNE Sicherheitszertifikat (kein HTTPS in der URL) oder es werden Bezahlmethoden angegeben, die dann garnicht zur Auswahl stehen.

Beispiel2: Eine Webseite wirkt auf den ersten Blick sehr aufgeräumt, seriös und hat zuersteinmal alle Merkmale wie die Angabe eines Impressums, AGB, etc. Allerdings kann man Inhalte erst sehen wenn man sich registriert bzw. angemeldet hat.

Dies ist meiner Meinung nach ein Absolutes NoGo und Warnhinweis. Hier sollen auf jeden Fall persönliche Daten zur Weitergabe gesammelt werden. Oftmals wird das abgreifen der Daten zusätzlich durch eine entsprechende Smartphone App unterstützt.

Bekannt sind hier in Abwandlung des Beispiels2 z.B. die Seiten die mit „In 10 Tagen zum Internet Millionär“ oder „Ich habe es geschafft. Auch DU kannst das“ oder „Ich verrate den Trick wie man ohne Eigenkapital in 30 Tagen reich werden kann. Den Trick, den sonst keiner verrät“ oder ähnliches werben. Auch hier wird man mit Lockangeboten dazu gebracht Daten von sich an zu geben, irgendwelche eBooks, Gesundheitstipps zum Abnehmen, etc. abzuschliessen. Oft bekommt man dann entweder beim Eintrag in einen Newsletter der „die Geheimnisse des persönlichen Erfolges“ oder ähnliches verspricht mehr oder weniger oberflächliche Tipps, die aus einer Datenbank automatisiert versendet werden und ggf. ein eBook (aus ca. 5-10 Seiten … also eher ein Faltblättchen) ohne wirklichen Mehrwert. DENN danach kommts erst und man wird nachdem man angefixt wurde weiter mit Newslettern und „kostenlosen Videos die Dir zeigen wie es geht“ bombardiert. Das soll dann dazu führen, das man sich entweder DAS Buch was einem WIRKLICH Zeigt wie es geht, das einem nicht nur die Tipps gibt sondern für einen noch die Arbeit macht oder das Nahrungsergänzungsprodukt was einem WIRKLICH die Pfunde purzeln lässt oder DAS Coaching Paket was einem die Selbstständigkeit ermöglicht … Egal ob es jetzt eine Website oder ein youtube Video ist welches einem das blaue vom Himmel betet sollte man sich fragen wenn das so einfach ist warum machen es dann nicht noch zig andere? Weil letztendlich nur der Newsletter Versender oder der der diese Angebotsseite einmal gebastelt hat etwas davon hat, denn man selbst geht Ihm auf den Leim.

Beim obigen Beispielscreenshot einer Website die arg an eine der bekannten SocialNetwork Seiten angelehnt ist sollte man sich auch hier fragen warum man auf eine Alternative Seite wechseln sollte, welchen Mehrwert diese hätte und auch Alleinstellungsmerkmal. Nur weil es nachgemacht ist, ist es ja nicht „besser“. Auch die nachgemachte Seite erhofft sich ja etwas von den „Usern“. Irgendwie finanzieren die sich ja auch und und und. Genauso wie man auf seine Ernährung, Qualität der Kleidung, Auswahl des Autos, Smartphones, etc. achtet sollte man eben auch hier auf einen entsprechenden Qualitätsanspruch achten. Wie wichtig die Eigenen Daten sind sollte mittlerweile klar sein.

Augen auf beim Websiteaufruf!

  • Für die Anmeldung auf einer Website ist ausser dem Namen und der Mailadresse NICHTS weiter notwendig. Auch zur „Verifizierung“ sollte immer  eine Alternative zur SMS angeboten werden damit man seine Handynummer die ansonsten mit Werbung überhäuft werden könnte eben lahmgelet ist.
  • Persönliche Daten sollten IMMER nur freiwillig (optional) sein. Sich immer selbst fragen ist die Angabe nun wirklich zur Erbringung der Leistung notwendig?
  • Wer etwas kostenlos verspricht sollte es auch ohne Gegenleistung direkt zur Verfügung stellen. Wenn es ein Abo ist sollte das eben gleich am Anfang klar sein und nicht erst später.
  • Seiten die vom Design her schon an andere bekannte Seiten erinnern führen oft nichts gutes im Schilde, denn diese haben von sich aus kein Alleinstellungsmerkmal und zielen auf die Ähnlichkeit ab
  • Wenn etwas ZU schön klingt immer sich selbst und auch die Produkt/Seitendetails hinterfragen was WIRKLICH angeboten wird.

Hier noch ein paar Allgemeingültige Tipps:

  • Am besten natürlich KEINE persönlichen Daten angeben.
  • Wo immer möglich Zweifaktor Authentifizierung (2FA) verwenden. Auch hier gibt eine entsprechend seriöse Webseite über diese Möglichkeiten bereitwillig Auskunft.
  • Anmeldedaten regelmässig prüfen und ändern.
  • keine Accountdaten / Mailadressen gleichzeitig ÜBERALL und womöglich mit dem gleichen Passwort verwenden!
  • Möglichst nicht aus Bequemlichkeit „mit Facebook / Twitter… anmelden“ verwenden. Auch hier kann wenn jemand ein Passwort raus hat auf ALLE Accounts zugegriffen werden…
  • Einen guten sicheren Passwortmanager verwenden wenn man sic nicht alle unterschiedlichen Accounts merken kann

Ehrliche Werbung und ehrliches Marketing präsentiert einem eben was es auf einer Webseite oder App oder so wirklich gibt und führt einen DIREKT zum Abo oder Kauf Button ohne Umwege.

Dies sind wie gesagt nur meine persönlichen Erfahrungen über die Jahre, aber ich hoffe dem ein oder anderen Hilft es.

Lightroom Alternativen gratis

Seit einigen Tagen ist die neue Ausgabe der Chip Foto Video 01/2019 draußen. Diesmal mit einem Artikel von mir mit der Überschrift Lightroom Alternativen.

Hier stelle ich die beiden Alternativen RawTherapee und Darktable (beides OpenSource und für die gängigen Plattformen erhältlich) vor und vergleiche diese eben zum Platzhirschen Adobe Lightroom. Ich versuche in dem Artikel Hauptpunkte in der Arbeit und im Workflow wie Programmaufbau und Abarbeitung der Bilder genauer gegenüber zu stellen. Wer sich also gefragt hat ob sich eine solche Alternative zu Lightroom lohnt kann sich den Artikel durchlesen und hat hier einen Anhaltspunkt.

Ausblick 2018 / 2019

Man kann es nicht Gute Vorsätze fürs neue Jahr nennen, aber vielleicht doch eine Art Ideensammlung was man alles vorhat und ein Rückblick.

Das Ocoloy Projekt also Eine Kamera mit einem Objektiv ein Jahr lang durch zu verwenden hat nicht ganz geklappt. Ich hatte die Kamera zwar IMMER im Auto, aber wenn es drauf ankam hatte ich meine reguläre Kamera mit. Aber ich lasse die Tasche im Auto und vielleicht ergibt sich ja noch das ein oder Andere.

Im Jahr 2019 möchte ich noch mehr Konzerte fotografieren auch wenn das im Zuge der DSGVO gerade für freie Fotografen, sagen wir mal ein Stückchen umständlicher geworden ist, da Veranstalter doch eher zu redaktionell gebundenen Fotografen greifen, weil Sie wohl glauben das es dann einfacher ist. Ich find das Thema Konzertfotografie gerade nach den Gesprächen mit Guido Karp spannender denn je. Auch werde ich im neuen jahr wieder Bücher zum Thema Fotografie und Computer lesen, davon berichten und möglichst viele der Autoren versuchen zu treffen um die entsprechenden Bücher signieren zu lassen. Auch an dieser Stelle einen Dank an Guidp Karp, der mir und einigen Anderen seinerzeit ein Exemplar von „Behind Photographs“ signiert von Tim Mantoani mitgebracht hatte und auf dem letzten Adobe Event ich dann noch seine Unterschrift unter seinem Bild dazu einsammeln konnte.

Ein weiteres Anliegen von mir ist zumindest ein bis zwei Projekte oder Events zu planen. Ich habe hier schon einige Veranstaltungen im Kopf bei denen es ggf. ein Vortrag oder ein Workshop werden könnte aber auch ein Projekt welches über einen längeren Zeitraum geht.

Wie im Beitragsbild zu sehen wird es wohl auch wieder mehr Artikel geben. Ich hoffe hier noch das ein oder andere Magazin für einige Artikel von mir begeistern zu können. Dazu kann auch ein bisschen mehr Reviews von Equipment gehören. Mal sehen wo die Reise hingeht.

 

mechanische Tastaturen

Schreiben oder nicht schreiben das ist hier die Frage. Im Zeitalter von Alexa, Siri, VR Brillen und Touchscreen wirkt es fast schon Retro mit einer Tastatur vor sich da zu sitzen, aber für viele Gamer und Computerarbeitsplätze ist Sie eben unerlässlich und für manche möchten Ihre heissgeliebte Tastatur nicht mehr missen. Da verwundert es dann auch nicht, das der Urvater der Tastatur nämlich die sogenannte mechanische Tastatur einen waren Hype dieser Tage erfährt. Auch ich habe meinen Schatz eine Model M Tastatur aus dem Jahre 1993  – also 25 Jahre – wieder aus dem Keller aus einem gut verschlossenen Koffer, eingepackt in Decken und Wachspapier, damit auch ja nichts passiert ausgepackt extra für diesen Artikel in der Zeitschrift c’t Ausgabe 21/2018 herausgeholt. Im Zuge dessen sind natürlich noch viele weitere Informationen und Quellen angesammelt die aus redaktionellen Gründen nicht Platz in den Artikel finden konnten und so teile ich diese hier mit den Lesern.

Zusätzlich zu dem erschienenen Artikel kann ich also noch Keychatter empfehlen. Hier sind auch mehrere Foren u.a. bei reddit verlinkt in denen auf weitere Group-Buys hingewiesen wird. Hier findet man dann auch z.B. Tastaturen im Apple Stil aber auf Basis der Microsoft Ergonomie Modelle oder die sog. 68er oder gar 40er Tastaturen die nur knapp 68% bzw. 68 Tasten bzw. 40% der „Originalgröße“ einer Tastatur haben.

Ich selber bevorzuge z.B. die Cherry MX Blue Tasten in meiner Razer Blackwidow Tournament Edition Tastatur. Alternativ noch die Qisan Magicforce 68 mit braunen Switches.

Desweiteren ist es natürlich noch sehr beliebt die entsprechende Tastatur zu verändern und auf seine eigenen Bedürfnisse anzupassen. Dazu sind sogenannte Keycaps sehr beliebt. Diese gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen. Bei Kono im Kono Store bzw. Input Club gibt es ständig neue Tastaturkappen Kit’s. Wer darüber informiert sein möchte kann sich bei Facebook auf der Seite mal genauer umschauen. Weitere Sets gibts u.a. auch bei KBDfans oder auch mechanicalkeyboards.

Da die Cherry MX Tasten sozusagen DER Standard sind an dem sich alle anderen halten ist es relativ einfach hier selbst gestaltete Tasten bzw. Keycaps zu verwenden. Im reddit Forum weiter oben findet man sogar in Harz gegossene Kappen, die dann wenn von unten beleuchtet besonders schick sind.

Ich habe hier z.B. mit einem guten Bekannten (Danke Patrick) gesprochen da er einen eigenen 3D Drucker hat. Er so „klar, schick mir das 3D File zu“. Ich hab dann einfach mal bei Thingiverse nach „Keycap“ gesucht und was passendes gefunden, ausdrucken lassen, fertig. Man sieht es auf dem Bild nicht so genau, aber die einzelnen Layer sind schon SEHR fein und man sieht das im Normalfall fast garnicht. Auch hier kann man sich natürlich was Farben und Formen angeht entweder was passendes suchen oder selbst etwas gestalten.

Wer dann NOCH etwas verrückter werden möchte kann sich sein USB Kabel selbst gestalten bei cool cable. Da sind dann auch Zwischenstecker möglich.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr eure Tastatur einfach mal zeigt. Bei Fragen einfach Fragen.

 

Joplin der Evernote Killer

Ich bin ja seit Jahren begeisterter Evernote Nutzer für all meine Notitzen und Texte. Viele meiner Buchrezensionen schreibe ich in Evernote und es ist flexibel einsetzbar. Seitdem es aber von der kostenlosen Variante auf die Bezahlversion umgestellt wurde bzw. man in der kostenlosen Variante nur 2 Geräte gleichzeitig nutzen kann ist es etwas mühselig. Wenn man also z.B. zu Hause (erste Anmeldung) ist und auf dem Tablet (zweite Anmeldung) dann muß man wenn man z.B. unterwegs auf dem Smartphone oder im Büro/Schule damit arbeiten will eines der anderen beiden Geräte abmelden … oder eben in die Bezahlvariante wechseln.

Leider hat mir hier nie so recht zugesagt, das ich nie so recht wusste wo meine Daten liegen, wie das mit der Verschlüsselung nun GENAU funktioniert und was ist z.B. wenn man von der Bezahlvariante wieder zurück will oder wie sieht die Preisentwicklung aus? Auch war mir ansonsten der Zusatznutzen nie so ganz geheuer und dann lebt man eben mit dem „abmelden/anmelden“ der Geräte. Jetzt mag der ein oder andere wieder argumentieren … sei es drum.

Nun gibt es aber eine OpenSource Variante zum erstellen von Notizen mit dem Namen Joplin. Das schöne daran ist, das es

  • OpenSource
  • Dateiablage zur Synchronisation auf dem eigenen Dropbox, OneDrive, WebDav, Nextcloud oder Filessystem (eigenes Netzwerk)
  • Webclipper vorhanden
  • sehr klein (90MB)
  • Werbefrei
  • unbegrenzte Geräte
  • Für Windows, Apple IOS, Linux, Android und iPhone (entsprechende App Stores) verfügbar

ist.

Das Look&Feel ist Evernote sehr ähnlich und die Notizen werden im Markup Language gespeichert. Die Dateien können auf Wunsch nochmal verschlüsselt werden.
Auch ist das Aussehen bisher zumindest noch sehr puristisch nicht zuletzt, weil eben auch keine Werbung darin läuft. Die Installation egal auf welchem Gerät und unter welchem unterstützen Betriebssystem ist einfach und selbsterklärend. Alle Notizbücher und Notizen werden in entsprechenden einzelnen Dateien im von Joplin angelegten Unterverzeichnis /App/Joplin z.B. im Dropbox Verzeichnis abgelegt. Bei den anderen Synchronisationsmöglichkeiten sieht es ähnlich aus.

Mir persönlich gefällt es sehr gut, da es nicht überladen ist aber man alles beieinander hat was man zum schreiben benötigt. Der Aufbau ist ähnlich man legt Notizbücher an in denen dann die Notizen liegen.

Der Import UND Export von und zu Evernote ist beides vorhanden aber man kann auch in PDF exportieren.

Von den Funktionen her mir fehlt eigentlich nichts (mehr), bleibt zu hoffen, das mit den nächsten Updates Kleinigkeiten wie z.B. noch ein paar Verbesserungen der Benutzeroberfläche, diverse Import- und Export Formate, bessere Unterstützung der Tags, Vorlagen/Templates/Themes, Rechtschreibprüfung, Wortzähler dazu kommt. DANN ist das Ganze eine richtig gute und runde Sache!

Compagnon oder die Liebe zu Taschen

Vor einigen Tagen war ich dem bekannten Fototaschen Hersteller Compagnon Bags in der Nähe von Pforzheim zum Kaffee mit Vitalis Baidinger verabredet. Der Ein- oder Andere wird die Marke als Hersteller hochwertiger Ledertaschen kennen und Ich wollte einfach wissen wie es bei so einem Deutschen und dazu noch erfolgreichen Hersteller von Fototaschen aussieht. So habe ich nicht nur einen super Einblick in die Taschenproduktion erhalten sondern konnte mir auch einen Überblick über aktuelle Fototaschen und Rucksäcke aus Leder und Canvas direkt beim Hersteller im Laden verschaffen. Eins vorweg: Wer entweder ein Fototaschen Freak ist oder sich eine gute, schicke, langlebige Fototasche kaufen möchte der sollte auf alle Fälle da mal vorbei fahren. Ein Besuch lohnt sich.
 
 
Ich: Wann war die Idee zu den Taschen eigentlich entstanden?
Vitalis Baidinger: Im Jahr 2009 ist die Idee mit der Indigogo Kampagne enstanden. Valentin Schüle hatte zu der Zeit angefangen zu fotografieren und wir beiden hatten da nach einer Tasche gesucht aber nicht so richtig das gefunden was wir wollten und so ging das dann los. Da habe Ich dann die ersten Zeichnungen, Materialsourcing, usw. gemacht. Die erste Messenger Tasche wurde dann 2012 verkauft. Damals wurde das Ganze ja auch noch als Hobby betrieben. Im Jahr 2013 wurde dann letzendlich die Firma Compagnon gegründet.
Der Messenger war am Anfang sogar in hellbraun geplant, dann gab es aber einen Fehler in der Lederbestellung und dann nimmt man das was man da hat. Seitdem ist das so unsere Standardfarbe neben schwarz und anderen Farben. Danach kam dann der kleine Messenger, weil die Spiegellosen doch weniger Platz brauchen. Dann gibts noch den Weekender, der dann für Hochzeitsfotografen oder Fotografen mit eben richtig viel Equipment gedacht und beliebt ist. Der Anspruch von Anfang an war aber das es hochwertig sein soll und nicht so nach Kameratasche aussehen soll. Man kann die Tasche also auch so als normale Messenger Bag für z.B. ins Büro oder zum verreisen am Wochenende verwenden. Und dann kam der Rucksack.
Eigentlich haben wir uns immer so ein bisschen gegen den Rucksack gewehrt. Aber dann waren wir in Schottland und hatten diese gewachste Baumwolle, die wir für unsere Messenger Bag entdeckt hatten und waren dort wandern. Dabei hatten wir festgestellt, das so eine Umhängetasche fürs wandern nun mal nicht geeignet ist und ein Rucksack wäre da schon sinnvoll. 
Das Neueste was wir nun im Angebot haben ist der Explorer. Letztes Jahr im November 2017 war hierzu die Kickstarter Kampagne und jetzt im Juni 2018 wurden die ersten ausgeliefert.
 
ich: Da war dann die Entwicklung im Vergleich zu den Messenger Bags aber schon um einiges schneller, oder?!
Vitalis: Ja, wobei wir das eigentlich noch schneller geplant hatten. Durch Produktionsschwankungen beim Partner Deuter und Probleme mit dem Verschluß, der nochmal vom Hersteller überarbeitet wurde hat sich das ca. 2 Monate verzögert.
Der Explorer erweitet auch die Produktpalette in die Richtung Wandern und schwereres Equipment.
 
Ich: Wie sehen die Planungen in der Ledertasschen bzw. Rucksäcke aus?
Vitalis: Wir arbeiten gerade an einem entsprechenden Lederrucksack und Accessoires wie Handschlaufe sowie noch an einer Art Fahrrad Messenger Bag. Es ist aber immer so, das es schwer ist in Europa entsprechende Partner zu finden. Die Produkte in Leder sind recht aufwendig und dann soll auch noch der Preis passen. 
 
Ich: Die Lederfrage ist ja für euch auch wichtig.
Vitalis: Das ist für uns auch ein wichtiger Punkt. Erst hatten wir Büffelleder von einem Lederlieferanten, der das aus Italien importiert hat. Da wussten wir aber auch nicht wo GENAU das jetzt herkommt und wie das verarbeitet wurde. Jetzt sind wir umgestiegen auf eine deutsche Gerberei, die auch deutsche Rohlederhäute verwendet. Die Lederart ist dieselbe, die auch im neuen Porsche Modell verwendet wird. Da wir wissen wo die Rohware herkommt ist es ein besseres Gefühl.
 
 
Ich: Das heißt Ihr wisst wo das Leder sozusagen vom Tier bis zum fertigen Produkt herkommt?
Vitalis: Ja, hier kommt es ja auch auf die entsprechenden Zertifikate an, damit die europäischen Normen was im Leder drin ist eingehalten werden. Da ist oft viel mehr dahinter als man sich denkt. Uns ist es wichtig, das wir hier Transparent sind wo das Material herkommt. Das Innenmaterial bzw. Klettmaterial kommt von einer Firma aus Bayern, Die Metallteile kommen aus Italien und die Reißverschlüsse sind von YKK, die auch recht bekannt sind.
 
Ich: Wo kommt Ihr dann eigentlich beruflich her?
Vitalis: Ich selbst habe Feinwerkmechaniker Stanztechnik gelernt und dann Maschinenbautechniker bis zum Jahr 2009. Danach hab ich noch in der Projektleitung gearbeitet bis dies dann in den Fulltime Job Compagnon führte. Valentin kommt hier mehr aus dem Kaufmännischen. War dann bei einem ebay Powerseller selbständig. Da waren die Aufgabenbereiche dann gut aufgeteilt, das Valentin den kaufmännischen Teil mit dem Marketing macht und ich eher dir Produktionsseite und den kreativpart. 
 
Ich: Wie seid Ihr eigentlich auf den Namen Compagnon gekommen?
Vitalis: Als erstes war ja die Idee für die Tasche da. Dann braucht man ja auch einen namen für eine Marke. Dann sassen wir ein paar tage dran und dann kam uns die Idee wegen „Wegbegleiter“ aber Wegbegleiter da wollen wir zeitlos sein. Compagnon soll Dein Wegbegleiter sein und so hat das gepasst. Ebenso hat es schon einen internationalen Charakter. Als Marke ist somit dann auch der Name eingetragen worden und gut angekommen. Das war auch erstmal die Frage ob es z.B. die Marke oder gar die Domain gibt. Vor 6 Jahren war das sicher noch einfacher wie heute. Das nette ist, das wir es geschafft haben eine Marke zu schaffen, die sich in der Fotoszene etabliert hat und für wirklich gute Produkte steht.
 
Ich: Wie ist eigentlich diese Partnerschaft mit Deuter für den Explorer Rucksack zustande gekommen?
Vitalis: Wir hatten ein Tragesystem für unsere Rucksäcke gesucht. Deuter war hier die erste Anlaufstelle für hochwertige Wanderrucksäcke. Also haben wir da einfach angerufen und gesagt wir würden gerne so einen Rucksack machen. So kam das zustande. Dann hat man sich zusammengesetzt und nach ca. einem Jahr Entwicklungszeit ist er nun fertig. Das gut erprobte Tragesystem wurde mit dem Design von Compagnon ausgestattet. Das war also eine gute Kombi. 
 
Ich: Wie sieht es eigentlich mit Farben aus? 
Vitalis: Da gibt es immer wieder Anfragen wegen unterschiedlicher Farben, aber durch die Stückzahlen ist es sehr schwierig. Wir haben allerdings einen guten Draht zum Hersteller so das wir auch mal andere Farben wie z.B. gerade das grau probieren. 
 
Ich: Wie sieht es mit entsprechende Weiterentwicklungen aus? Werden bestehende produkte weiterentwickelt oder gibts nur Neues?
Vitalis: Wir verbessern ja laufend unsere Produkte obwohl diese schon sehr ausgereizt und perfektioniert sind. Allerdings arbeiten wir an Weiterentwicklungen wie z.B. eine Art Fahrrad Messenger oder es gibt auch Anfragen für einen entsprechenden Trolly. Wir haben das aber im Hinterkopf in der ToDo Liste. Auch für die bereits bestehenden Messenger Taschen arbeiten wir an AddOns wie z.B. einer Möglichkeit ein Stativ mit zu nehmen.
 
Ich: Was ist eigentlich euer Verkaufsschlager?
Vitalis: Im Onlinebereich ist das eher unser Canvas Backpack der sich gut fotografieren läßt also gut bei den Influenzern ankommt. Beim Messenger ist der Medium Messenger der Verkaufsschlager weil der eine DSLR aufnehmen kann, aber auch noch als normale Umhängetasche geht. 
 
Ich: Ganz andere Frage: Ihr habt es ja geschafft binnen kurzer zeit aus einer Idee ein Produkt und eine Marke zu erschaffen. Was würdet Ihr Neuen Kreativen als Rat an die Hand geben?
Vitalis: Den Goldenen Weg gibt es nicht. Das Geheimnis ist es zu machen. Ideen haben Viele. man muß es einfach umsetzen. Das merken wir selbst immer wieder. Dann kommt oft „ja, das müssen wir mal machen“, dann kommt der Alltag und dann verschwindet vieles wieder. Einfach probieren und schauen ob es klappt. Das eine klappt, das andere nicht. 
Dann muß man auch mal entscheiden ob man solch ein Testprodukt weiterentwickelt und verbessert wird oder ob man das ganz aufgibt und was Neues bzw. ganz Anderes macht in dem Bereich. 
 
Ich: Wie sieht es bei Compagnon in Zukunft aus?
Vitalis: Wir wollen die Marke Compagnon noch weiter ausbauen. Man kann nicht einfach so weitermachen, man braucht immer neue Ideen. Das wir nicht nur für die ein oder andere Tasche stehen und für alles rund um die Fotorafie stehen. Das Motto made for Creatives steht hier ganz vorne.
 
Nach einer kleinen Tour durch das Geschäft und das Lager hätte ich am liebsten alles mitgenommen, denn es gibt so viele Unterschiedliche Varianten – auch für die weiblichen FotografInnen unter uns versteht sich – das man garnicht weiß für was man sich entscheiden soll. Auch konnte ich ja alle Taschen im Laden ausprobieren, schauen ob mein Equipment auch reinpasst, es nirgends drückt, wie der Tragekomfort ist, wie die Verschlüsse zu bedienen sind, wie eben die Haptik und das Handling im Alltag ist. Da die Taschen auch nicht ganz billig ist will man ja auch nicht gleich umsonst so viel Geld ausgeben und sich ärgern obwohl ich auch nach dem ausprobieren aller Messenger Bags, Weekender und Explorer nichts zum meckern gefunden habe. Wirklich nicht!
 
Hier noch einige Impressionen:
 
Der Little Messenger in Braun und Grau
 
the unique für die modebewußte Frau
 
 
Der Explorer … Design by Compagnon …
 
und der Explorer mit den erprobten Tragesystem von Deuter.
 
Auch das Verschlußsystem ist Einzigartig.
 
Auch von der Seite macht der Explorer eine gute Figur. Hier ist natürlich genug Platz für zusätzliche Trinkflaschen oder ein Stativ.
 
Besonders die kleinen Details machen es aus. Hier ein Blick auf die Reißverschlüsse. Wenn man diese mit einem Schloß oder Karabiner sichert kann dieser in das darunterliegende fach gesteckt werden, damit da nichts rumbaumelt und unnötig Krach macht .
 
In eigener Sache: Für diesen Artikel bin ich natürlich weder bezahlt worden noch wurde ich beeinflußt welche Fragen ich stelle. Ich hab mich einfach nur für diese Fototaschen interessiert und so ist es dazu gekommen. Es war einfach ein netter Sommernachmittag bei einem Kaffee und einem gemütlichen Plausch.
 
 
 
 

Die Fotozeitkapsel

Es ist jetzt schon ca. ein Jahr her, das Dennis Weissmantel, Johannes Mairhofer und ich einige Folgen der sogenannten Fotozeitkapsel per Hangout aufgenommen haben. Ziel war sich zu einem jeweiligen fotografsichen Thema anzuschauen wie es früher war, wie es gerade so ist udn wie es sein könnte.

 

Da diese Serie jetzt ja schon in der Vergangenheit spiel kann es ganz interessant werden wie sich Ansichten geändert haben … oder eben auch nicht. Wer Interesse hat einfach mal vorbeischauen.

Wer noch mehr solche Folgen sehen möchte kann sich einfach gern bei mir melden.

Adobe Ambassador

Seit kurzem gibt es neben dem Adobe Influencer Programm auch ein Adobe Ambassador Program welches sich eher an die Enterprise User wendet.

Falls also im Unternehmensumfeld

  • Informationen zu Adobe Ankündigungen und Updates
  • Schulungsbedarf von Mitarbeitern mit Adobe Workshops
  • Feedback zu Adobe produkten und workflows

bestehen sollte stehe ich hier nun mit Rat und Tat zur Seite. Somit schliesst sich diese kleine Lücke zwischen dem Communitybasierten Influencer Program und dem sich ener an Unternehmen richtenden Ambassador Programm.

Alternative EINGABEGERÄTE für Fotografen

Es ist jetzt schon einige Wochen her, das Wir den Artikel zum Korrekturlesen an den Verlag gegeben haben und danach fällt einem – gerade mir, weil es mein erster Artikel ist, der beim heise Verlag veröffentlicht ist – doch schon ein Steinchen vom Herz.

Wenn man so wie ich den heise Verlag bzw. deren Zeitschriften, allen voran die legendäre c’t die ich bereits zu meiner Schulzeit gelesen und zu meiner Studienzeit regelrecht verschlungen habe, so lange kennt dann ist man schon etwas stolz hier auch Beiträge veröffentlicht zu sehen. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern als es noch kaum Computerzeitschriften gab, also der Pentium Prozessor noch neu war, das Nokia 2110 DAS Handy auf dem Markt schlechthin war, man als Jugendlicher bei der CeBit alle möglichen Prospekte und CDs (damals gabs kaum DVDs geschweige denn sowas wie USB Sticks…) mitgenommen hat um die Spiele und Programm Demos darauf zu testen. Damals was die c’t DIE Computerzeitschrift schlechthin und einmal im Monat gab es ein Magazin, welches so dick war wie ein kleiner Otto- oder Quelle Katalog aber mehr mit Artikeln als mit Werbung gespickt war. Das war langelange her. Seitdem gibt es die c’t in häufigeren Abständen und es sind mehr Zeitschriften dazu gekommen. Letzendlich nach all den Jahren hat es also geklappt und zusammen mit Co-Autor Sascha ist der Artikel nun in gedruckter Form draussen. Ich hoffe Ihr habt alle genau soviel Spaß wie ich und es hilft dem ein oder anderen weiter. Wer jetzt noch zusätzliche Fragen hat kann die mir natürlich gerne stellen.

Besonders habe ich mich über die Glückwünsche zum Artikel von meinem ehemaligen Klassenlehrer in der Gesamtschule Herrn Dörfel gefreut, der mich damals (wie das klingt obwohl das auch schon weit über 25 Jahre her ist …) dazu gebracht hat mit dem Gitarrespielen und der analogen Fotografie.

Es hat echt Spaß gemacht für diesen Artikel zu recherchieren und ein Dank gilt natürlich an Alle, die mich bzw. uns dabei unterstützt haben. Ich hoffe auf noch viele solcher Artikel. Wer hier Ideen oder Wünsche hat kann mir die natürlich auch gerne jederzeit mitteilen.

Bin mal gespannt was aus den Geräten so im Laufe der nächsten Jahre wird und wie sich das im Zeitalter von VR und AR so weiterentwickelt. Es bleibt spannend.